Personal·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
31. August 2023

Zwischen Automatisierung und Selbstbestimmung: Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Zeiterfassung

Was ist eine digitale Zeiterfassung?

Die digitale Zeiterfassung ist ein moderner Fortschritt gegenüber der altbewährten Stempeluhr, die lange Zeit zur Verfolgung von Arbeitszeiten in Unternehmen genutzt wurde. Statt physischer Stempelabdrücke setzt die digitale Methode auf Technologien wie Computer oder Smartphones, um die Anwesenheit ihrer Mitarbeiter festzuhalten.

Im Unterschied zur Stempeluhr ermöglicht eine Zeiterfassungsapp eine umfassendere Datenerfassung. Neben dem simplen Ein- und Ausstempeln können auch Pausen, Überstunden, Projektzeiten und Arbeitsplatzwechsel erfasst werden.

Diese Daten werden elektronisch in Echtzeit erfasst und gespeichert und dienen in weiterer Folge verschiedenen Zwecken wie etwa der Gehaltsabrechnung oder im Zeitalter des agilen Projektmanagements und Scrum auch der Projektzeitplanung.

Die Vor- und Nachteile einer Zeiterfassungsapp

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ziehen klaren Nutzen aus der Anwendung einer Zeiterfassungsapp. Diese Technologie bietet auf beiden Seiten eine Vielzahl von Vorteilen.

Für den Arbeitgeber bringt die digitale Zeiterfassung vor allem eine Effizienzsteigerung mit sich, denn sie minimiert den manuellen Aufwand und reduziert Fehlerquellen bei der Arbeitszeitverfolgung. Durch genaue Aufzeichnungen können Arbeitgeber die Arbeitszeit besser planen, Überstunden minimieren und die Produktivität steigern.

Zudem erleichtert die Zeiterfassungsapp die korrekte Berechnung von Löhnen und Gehältern. Das führt zu einer korrekten und pünktlichen Bezahlung und stärkt das Vertrauensverhältnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrem Unternehmen.

Doch auch für Arbeitnehmer ist die Verwendung einer Zeiterfassungsapp sinnvoll. Dafür spricht vor allem der Faktor Bequemlichkeit. Denn die Erfassung über digitale Geräte wie Smartphones ermöglicht eine flexible Zeiterfassung unabhängig vom aktuellen Standort. Arbeitnehmer können leicht verfolgen, wie viele Arbeitsstunden sie geleistet haben und haben somit mehr Kontrolle über ihre Zeit. Die präzisen Aufzeichnungen minimieren potenzielle Auseinandersetzungen über geleistete Arbeitszeiten.

Selbstverständlich bietet die Technik jedoch nicht nur Vorteile. Durch die Einführung einer Zeiterfassungsapp im Unternehmen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Gefühl haben, ständig überwacht zu werden. Zudem könnten Systemausfälle oder technische Störungen die ordnungsgemäße Erfassung beeinträchtigen. Nicht-standardisierte Arbeitszeitmodelle lassen sich möglicherweise nicht präzise in der gewählten App erfassen. Zudem birgt die Erfassung sensibler persönlicher Daten Datenschutzrisiken, die sorgfältig verwaltet werden müssen.

Die digitale Zeiterfassung hat sich weiterentwickelt und kann mit einer Fülle von innovativen Trends aufwarten. Unternehmen nutzen vermehrt diese neuesten Entwicklungen, um Arbeitsabläufe zu verbessern und die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.

Besonders praktisch ist hierbei der Gebrauch von Zeiterfassungsapps auf mobilen Geräten. Mitarbeitende können so einfach ihre Arbeitszeiten über ihre Smartphones verwalten, ganz gleich, wo sie gerade sind. Dies ist besonders vorteilhaft angesichts des wachsenden Trends zum Home-Office, das mittlerweile weit verbreitet ist.

Noch bequemer erweist sich die Arbeitszeiterfassung per Voice App. Die Zeiterfassung wird durch den simplen Befehl „Alexa, öffne Zeiterfassung!“ aktiviert. Nach diesem Schritt kann beispielsweise dem Zeiterfassungsassistenten mitgeteilt werden, dass eine Pause eingelegt wird oder der Arbeitstag endet.

Die entsprechenden Zeitangaben werden automatisch in das System übertragen. Auf Wunsch teilt das Tool den aktuellen Stand der Arbeitszeiten mit. Zur besseren Übersicht erhält jeder Mitarbeiter im Unternehmen regelmäßig eine Zusammenfassung seiner Arbeitszeiten per E-Mail, ohne sich mühsam in die Software einarbeiten zu müssen.

Beim Einsatz solch innovativer Tools ist es jedoch wichtig, die rechtlichen Gesichtspunkte stets im Auge zu behalten. Denn im Falle von Verstößen können nicht nur erhebliche Strafen verhängt werden, sondern es besteht vor allem das Risiko des Verlusts des Vertrauens seitens der eigenen Belegschaft.

Die rechtlichen Aspekte bei Verwendung einer Zeiterfassungsapp

Der Datenschutz hat viele Gesichter. Innerhalb der Europäischen Union dient die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als Leitfaden für die Gewährleistung der Datensicherheit. Sie hat das Ziel, nicht nur die Daten von Kunden und Lieferanten zu schützen, sondern auch die Informationen der eigenen Mitarbeiter zu sichern.

Die elektronische Aufzeichnung von Arbeitsbeginn und -ende ermöglicht eine korrekte Abrechnung der Arbeitszeit und Überstunden und ist deshalb auch zum Vorteil aller Mitarbeiter. Deshalb ist sie grundsätzlich gemäß § 26 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) auch zulässig.

Die DSGVO verlangt hier allerdings eine klare Zweckbindung. Das bedeutet, dass die Daten nur für den bestimmten Zweck erhoben und ausschließlich dafür verwendet werden dürfen. Es wäre nach dieser Regelung nicht erlaubt, Bewegungsprofile der eigenen Belegschaft zu erstellen.

In Europa besteht für Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern sogar eine Verpflichtung zur Zeiterfassung. Gemäß dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BAG) vom 13. September 2022 sind Arbeitgeber dazu angehalten, die Arbeitszeit ihrer Angestellten zu erfassen oder diese Verantwortung auf die Mitarbeiter selbst zu übertragen. Die Art und Weise der Zeiterfassung spielt dabei keine Rolle.

Allerdings ist es im Sinne der Effizienz und Zufriedenheit der Mitarbeiter ratsam, eine moderne und leistungsstarke Zeiterfassungsapp einzusetzen.

Teilen:
Weitere Artikel
Bestatter wählen: Worauf Angehörige und Vorsorgende in Nordhausen wirklich achten sollten – Interview mit dem Bestattungsinstitut Engelhardt
Verbraucher
Bestatter wählen: Worauf Angehörige und Vorsorgende in Nordhausen wirklich achten sollten – Interview mit dem Bestattungsinstitut Engelhardt

Ein professioneller Bestatter aus Nordhausen nimmt Angehörigen im Trauerfall organisatorische, rechtliche und finanzielle Last ab und sorgt für Klarheit in einer Ausnahmesituation. Wer den Tod eines nahen Menschen verkraften muss, steht innerhalb weniger Stunden vor Entscheidungen, für die im Alltag nie Raum war. Im folgenden Interview beantwortet das Team des Bestattungsinstituts Engelhardt aus Ellrich die wichtigsten Fragen rund um die Wahl des richtigen Bestatters und zeigt Ihnen, welche Rechte Sie als Hinterbliebene oft nicht kennen. Frage: Müssen Angehörige den vom Krankenhaus oder Pflegeheim empfohlenen Bestatter beauftragen? Nein, ausdrücklich nicht. Tritt ein Sterbefall in einem Krankenhaus, einem Pflegeheim oder im Zuge polizeilicher Maßnahmen ein, werden Ihnen als Angehörigen häufig konkrete Bestatter nahegelegt. Was viele nicht wissen: Es besteht keine Verpflichtung, einen vom Krankenhaus, von der Polizei oder vom Friedhof empfohlenen Anbieter zu beauftragen. Das Wahlrecht liegt bei Ihnen als Hinterbliebenen. Gerade in emotional belastenden Momenten ist es deshalb wichtig, sich diese Entscheidung bewusst zu nehmen und sie nicht aus reiner Zeitnot abzugeben.

4 Min. LesezeitLesen
Würdevoll Abschied nehmen: Worauf Angehörige bei der Auswahl eines Bestatters in Würzburg achten sollten
Verbraucher
Würdevoll Abschied nehmen: Worauf Angehörige bei der Auswahl eines Bestatters in Würzburg achten sollten

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, müssen Angehörige innerhalb weniger Stunden Entscheidungen treffen, mit denen sie sich zuvor nie auseinandergesetzt haben: Wer holt den Verstorbenen ab? Welche Bestattungsart kommt infrage? Welche Unterlagen werden benötigt? Genau in dieser Phase entscheidet die Wahl des richtigen Bestatters darüber, ob die nächsten Tage geordnet ablaufen oder im Chaos versinken. Wer im Raum Mainfranken sucht, findet mit der Flammersberger Bestattungshilfe einen lokal verankerten Ansprechpartner für vertrauensvolle Bestattungen in Würzburg, der organisatorische und emotionale Aufgaben gemeinsam mit den Angehörigen übernimmt. Im folgenden Interview beantwortet Christian Flammersberger die wichtigsten Fragen, die sich Hinterbliebene in dieser Situation stellen. „Die ersten Stunden sind entscheidend" – Christian Flammersberger im Gespräch Herr Flammersberger, was passiert in den ersten Stunden nach einem Todesfall?

4 Min. LesezeitLesen
Experten für Gebäudereinigung in München: Wie professionelle Dienstleister Unternehmen entlasten
Ratgeber
Experten für Gebäudereinigung in München: Wie professionelle Dienstleister Unternehmen entlasten

Professionelle Experten für Gebäudereinigung in München entlasten Unternehmen, indem sie Hygiene, Werterhalt und einen repräsentativen Auftritt durch strukturierte Abläufe, geschultes Personal und individuelle Reinigungskonzepte sicherstellen. Saubere Büros, gepflegte Hotelzimmer und repräsentative Eingangsbereiche entscheiden in einer Wirtschaftsmetropole wie München mit darüber, wie professionell ein Unternehmen wahrgenommen wird. Doch worauf sollten Entscheider achten, wenn Sie einen geeigneten Dienstleister suchen und warum lohnt es sich, gezielt auf Experten für Gebäudereinigung in München wie die Nexus Dienste GmbH zu setzen? Warum professionelle Gebäudereinigung in München mehr ist als Putzen

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite