News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
16. Dezember 2020

Stromerzeugung im Betrieb: Diese Möglichkeiten gibt es

Die Verknappung fossiler Energiereserven lässt die Stromkosten steigen. Mittlerweile gehört die Bundesrepublik zu den Ländern mit den weltweit teuersten Strompreisen. Das macht die Nutzung erneuerbarer Energien seit Jahren auch für Unternehmen interessant. Um selbst Strom zu erzeugen, stehen unterschiedliche Wege zur Verfügung. Lohnt sich die Investition?

Gut für die Umwelt und den Geldbeutel

Im Rahmen der Energiewende bemüht sich die Bundesregierung seit Jahren um den Ausbau erneuerbarer Energien. Experten warnen vor der sogenannten Stromlücke. Bei der jetzigen Ausbaugeschwindigkeit werden im Jahr 2023 über 45 Terawattstunden Strom fehlen, prognostizieren Analysen der EuPD Research im Auftrag des BSW Solar und von Solar Promotion. Vor Hintergründen wie diesen denken heutzutage auch Unternehmen über die Investition in Stromerzeugungsanlagen nach. Trotz relativ hoher Anschaffungskosten lohnt sich die Selbstversorgung nicht nur für die Umwelt. Auf lange Sicht profitiert auch der eigene Geldbeutel. Dank Fördermöglichkeiten und moderner Technologie ist die Stromproduktion auf dem eigenen Gewerbegrundstück mittlerweile auf unterschiedlichem Wege möglich. Neben Solar- und Windkraftanlagen sind auch Blockheizkraftwerke und Biomasse eine Überlegung wert.

Ab wann refinanzieren sich Stromerzeugungsanlagen? Aufgrund von Förderbeiträgen, Steuererleichterungen und der Unabhängigkeit vom kommerziellen Strommarkt refinanziert sich die betriebliche Investition in Stromerzeugungsanlagen. Laut einem neuen Portal für Solarenergie amortisieren sich Solaranlagen beispielsweise schon nach neun bis elf Jahren. Je höher der Eigenverbrauch, desto rentabler ist die Investition. Strom über dem Eigenbedarf lässt sich wiederum gegen eine Einspeisevergütung ins Netz einspeisen. Einige Energieversorger vergüten hierbei nicht nur den Strom, sondern auch den ökologischen Nutzen.

Möglichkeiten zur betrieblichen Stromerzeugung

Abhängig von der Menge des Eigenverbrauchs und der Unternehmensart stehen Betrieben unterschiedliche Stromerzeugungsanlagen zur Verfügung. Zu den bekanntesten zählen Solaranlagen, Windkraftanlagen, Biomasse und Blockheizkraftwerke.

  1. Solaranlagen: Solarmodule eignen sich besonders für Gebäude an sonnigen Standorten. Eine Dachneigung von 30 Prozent und eine südliche Modulausrichtung steigern die Rentabilität. Um die Rendite besser einschätzen zu können, beauftragen Betriebe vorab am besten erfahrene Solarstrom-Berater. So lässt sich entscheiden, wie viel Dachfläche am besten belegt werden sollte. Auch über die Fördermöglichkeiten für Solarstromanlagen informiert man sich im Voraus am besten bei Energieberatern.
  2. Windkraftanlagen: Was Windkraft betrifft, ist der Ausbau in der Bundesrepublik noch unzureichend fortgeschritten. Das liegt vor allem daran, dass sich Windkraftanlagen auf kleineren Grundstücken in der Regel nicht rentieren. Windräder mit ausreichender Stromproduktivität brauchen viel Platz. Außerdem kosten sie vergleichsweise teures Geld. Als Alternative zu Windkraftanlagen auf dem eigenen Gewerbegrundstück steht Unternehmen die Investition in Windparks zur Verfügung.
  3. Biogas/Biomasse: Diese Energieerzeugungsmöglichkeit bietet sich vorwiegend für landwirtschaftliche Betriebe an. Neben Strom kann Biomasse Wärme erzeugen. Was die ökologische Unbedenklichkeit betrifft, bestehen hierbei Unterschiede. Eine der besten Möglichkeiten ist die Strom- und Wärmegewinnung aus Grünabfällen und Kuhmist. Im Unterschied dazu ist der Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung eher umstritten. In Entwicklungsländern könnte dadurch beispielsweise Nahrungsknappheit drohen.
  4. Blockheizkraftwerke: Wie Biomasse erzeugen Blockheizkraftwerke sowohl Strom als auch Wärme. Indem sie die gesamte Abwärme zur Energiegewinnung nutzen, sind sie besonders effizient. Andererseits betreibt man kleinere Blockheizkraftwerke in der Regel mit fossilen Brennstoffen. Dadurch verschlechtert sich ihre CO2-Bilanz.
Teilen:
Weitere Artikel
Standortqualität in Hockenheim: Was Unternehmen und Beschäftigte neben Verkehr und Gewerbeflächen berücksichtigen sollten
Guide's
Standortqualität in Hockenheim: Was Unternehmen und Beschäftigte neben Verkehr und Gewerbeflächen berücksichtigen sollten

Bei einer Standortentscheidung stehen häufig Gewerbeflächen, Kosten und Verkehrsanbindung zuerst auf dem Prüfstand. Für Unternehmen ist das nachvollziehbar: Ohne geeignete Räume und funktionierende Wege lassen sich betriebliche Abläufe schwer planen. Beschäftigte erleben einen Standort jedoch auch nach Feierabend. Wer Hockenheim wirtschaftlich einordnen möchte, sollte deshalb ebenso auf Wohnen, Freizeit, Familienalltag und die Einbindung in die Region schauen. Standortentscheidungen enden nicht am Werkstor

6 Min. LesezeitLesen
Rollende Innovation: Wie moderner Reifenservice Fuhrparks und Fahrzeughalter entlastet
Innovation
Rollende Innovation: Wie moderner Reifenservice Fuhrparks und Fahrzeughalter entlastet

Reifen gelten im Alltag oft als reines Verschleißteil. Doch im modernen Straßenverkehr spielen sie eine strategische Rolle. Für Flottenbetreiber und Fahrzeughalter sind sie ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Sicherheit, den Kraftstoffverbrauch und die gesamten Betriebskosten eines Fahrzeugs geht. Ein klassischer Werkstattbesuch für den reinen Radwechsel deckt die heutigen Anforderungen oft nicht mehr ab. Der Reifenservice hat sich im Laufe der Zeit von einer handwerklichen Aufgabe zu einer umfassenden Dienstleistung entwickelt. Moderne Konzepte und gut abgestimmte Prozesse helfen inzwischen maßgeblich dabei, die Mobilität auf der Straße effizienter, sicherer und vor allem planbarer zu gestalten.

3 Min. LesezeitLesen
Immobilienverkauf mit Weitblick: Franz Knon über Vorbereitung, Vermarktung und Übergabe
Expertentalk
Immobilienverkauf mit Weitblick: Franz Knon über Vorbereitung, Vermarktung und Übergabe

Ein Immobilienverkauf beginnt nicht mit dem Inserat. Für Eigentümer stellt sich zuerst die Frage, welcher Preis unter den konkreten Bedingungen plausibel ist, welche Unterlagen fehlen und wie viel Abstimmung der Prozess erfordert. Wer hier zu schnell startet, riskiert falsche Erwartungen und unnötige Verzögerungen. Im Interview erklärt Franz Knon, der nach eigenen Angaben seit 1999 gemeinsam mit Manuela Karl-Knon in Niederbayern tätig ist, welche Schritte beim Immobilienverkauf für Eigentümer aus seiner Sicht für eine belastbare Vorbereitung entscheidend sind. business-on.de: Warum sollte der Verkauf nicht mit dem Inserat beginnen? Franz Knon: Weil ein Inserat nur funktioniert, wenn vorher die grundlegenden Fragen geklärt sind. Häufig haben Eigentümer bereits eine konkrete Preisvorstellung und einen Wunschtermin im Kopf, bevor überhaupt klar ist, in welchem Zustand das Objekt ist oder welche Unterlagen fehlen. Dann entsteht Druck, der im weiteren Verlauf teuer werden kann. Am Anfang sollte eine ehrliche Bestandsaufnahme stehen: Was ist der Anlass des Verkaufs, welches Ziel verfolgt der Eigentümer, und wie sieht der realistische Zeitrahmen aus? Gerade bei familiären Anlässen wie einer Erbschaft oder einer Trennung spielen oft mehrere Personen und unterschiedliche Erwartungen hinein, die frühzeitig auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen. Erst wenn diese Punkte benannt sind, lohnt es sich, über Vermarktung und Veröffentlichung nachzudenken. Diese Reihenfolge kostet am Anfang etwas Zeit, spart aber später deutlich mehr Zeit und Nerven. Ein überstürzter Start führt dagegen häufig dazu, dass Fragen erst dann auftauchen, wenn Interessenten bereits vor der Tür stehen.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite