Startup·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
13. Juli 2016

Möglichkeiten der Startup-Finanzierung

Bildrechte: Flickr Business Meeting thetaxhaven CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Bootstrapping

Unter Bootstrapping (dt. „Schnürsenkelbinden“) versteht man die Finanzierung des Startups durch eigenes Kapital. Es ist eine der gängigsten Formen. Ähnlich wie ein Reisender, der sich die Schuhe zubindet und losgeht, startet das Unternehmen frei und selbstständig ohne fremde Geldgeber. Hierbei wird versucht, in möglichst kurzer Zeit und mit wenig Budget mehr Einnahmen zu erlangen, als Ausgaben entstehen. Das Konzept zielt vor allem auf Geschäftsideen, die die Markteinführung des Produktes sehr schnell realisieren und zeitig Gewinne erzielen. Die Eigenkapitalfinanzierung bewirkt häufig ein strukturierteres und effizienter arbeitendes Unternehmen, dessen Großteil beim Gründer bleibt (nicht beim Investor beispielsweise).

Großer Druck, wenige Ressourcen zur Ideenumsetzung oder eine geplante Erweiterung und Internationalisierung des Unternehmens sorgen häufig dafür, dass im Verlauf der Geschäftsentwicklung externe Kapitalgeber hinzugezogen werden. Ein Beispiel ist die Immobilienmaklervermittlung Homeday. Das Kölner Startup hat gerade erfolgreich die Series-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen und neue Investoren gewonnen, mit deren Unterstützung vor allem Marketingkampagnen und die Weiterentwicklung des Produktes finanziert werden sollen. Da das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit marktführende Technologien entwickelt und Traction aufgebaut hat, waren Investoren und deren schnell zugängliches Kapital nötig, um neue Businessziele zu erreichen.
Solche Finanzierungsrunden sind vor allem dann üblich, wenn ein Unternehmen stark wächst. Gewöhnlich zahlen die Investoren dazu einen gewissen Betrag, für den sie einen prozentualen Anteil am Unternehmen erhalten.

Investoren

Neben dem Konzept der Finanzierungsrunden können Investoren auch von Beginn an für das Kapital des Startups sorgen. Die klassische Form ist das Konzept Venture Capital. Es eignet sich für Unternehmer, die Teile der Geschäftsidee an andere abgeben und investigative Berater an ihrer Seite haben möchten. Um einen Investor von Beginn an zu gewinnen, sollte die Geschäftsidee erfolgversprechend und wachstumsfähig sein. Selten lassen sich Investoren auf ein risikoreiches Unternehmen ein. Das Venture Capital wird deshalb als Risiko-Kapitalanlage angesehen. Viele Investoren lassen sich lieber auf die Strategie der bereits beschriebenen Finanzierungsrunde ein.

Crowdfunding und -investing

Ein modernes Konzept der Fremdfinanzierung ist das Crowdfunding bzw. -investing. Beim Crowdfunding erhält man das Kapital von mehreren Geldgebern. Da es sich hierbei häufig um sehr viele Parteien handelt, spricht man von einer Schwarmfinanzierung. In der Regel erhalten die Geldgeber, die bunt gemischt von der gewöhnlichen Privatperson bis zum unterstützenden Großunternehmen reichen können, einen Dank für die „Spende“. Das variiert von der Dankeskarte bis zu einem kostenlosen Exemplar des fertigen Produktes. Manche Gründer räumen den Investoren Anteile am Geschäft ein. Dies nennt man Crowdinvesting. Diese Investmentform hat mittlerweile 25 Millionen Euro in deutsche Startups gebracht.

Darlehen und Kredit

Eine weitere Form der Fremdkapitalfinanzierung ist der Kredit bei der Bank. Diese muss mit einem professionellen und gründlich durchdachten Businessplan überzeugt werden. Nicht immer hält die Bank eine Geschäftsidee für gewinnbringend oder den Gründer für bonitätsfähig. In solchen Fällen kann eine zusätzliche Sicherheit durch Landesbürgschaften beantragt werden. Neben der Landesbürgschaft kann die finanzielle Absicherung vom Bund, den Kommunen oder auch von der Europäischen Union kommen. Anstelle der klassischen Kredite bieten immer mehr Banken spezielle Förderkredite für Unternehmensgründer – die sogenannten Förderdarlehen. Dazu muss allerdings eine Reihe von Anforderungen erfüllt sein.

Fördermittel

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit sind Fördermittel. So können beispielsweise Zuschüsse von Kreditanstalten oder öffentlichen Förderprogrammen beantragt werden. Sie beinhalten Geldbeträge, die nicht zurückgezahlt werden müssen, und sind daher schwer zu bekommen. Bei den meisten Förderprogrammen handelt es sich um Förderdarlehen mit vergünstigten Konditionen wie etwa niedrigen Zinsen. Einen praktischen Überblick über öffentliche Förderprogramme gibt es unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf dieser Seite.

Teilen:
Weitere Artikel
Berufliche Neuorientierung: So gelingt der Neustart auf dem Arbeitsmarkt
Karriere
Berufliche Neuorientierung: So gelingt der Neustart auf dem Arbeitsmarkt

Der Wunsch nach einem beruflichen Neuanfang trifft längst nicht mehr nur Berufseinsteiger. Fachkräfte in der Lebensmitte, Rückkehrer nach einer Familienphase und Menschen nach einer Kündigung stellen sich dieselbe Frage. Passt der eingeschlagene Weg noch zu dem, was sie können und wollen? Eine berufliche Neuorientierung wirkt im ersten Moment oft einschüchternd. Wer sie planvoll angeht, gewinnt jedoch schnell an Sicherheit. Der Arbeitsmarkt bietet mehr Einstiegswege als viele vermuten und mit der richtigen Vorbereitung wird aus der Unsicherheit ein tragfähiger Plan. Das Wichtigste in Kürze

4 Min. LesezeitLesen
Die optimierte Ölheizung: Präzise Strategien zur nachhaltigen Kostensenkung
Verbraucher
Die optimierte Ölheizung: Präzise Strategien zur nachhaltigen Kostensenkung

Die schwankenden Rohstoffpreise und neue energiepolitische Vorgaben rücken die Heizkosten vermehrt in den Fokus. Trotz des Wandels auf dem Energiemarkt spielt die bewährte Ölheizung in vielen Bestandsgebäuden und Gewerbeimmobilien weiterhin eine zentrale Rolle. Ein kompletter Austausch der Heizanlage ist dabei nicht zwingend die einzige Lösung, um wirtschaftlicher zu heizen. Oft lassen sich bereits durch gezielte Optimierungen an der bestehenden Technik greifbare Einsparungen erzielen. Wer das System klug anpasst, reduziert den Ölverbrauch nachhaltig und schont das Budget auf lange Sicht.

3 Min. LesezeitLesen
Betriebsmedizin und Verkehrsmedizin: Was Unternehmen zu Vorsorge- und Eignungsuntersuchungen wissen sollten
Guide's
Betriebsmedizin und Verkehrsmedizin: Was Unternehmen zu Vorsorge- und Eignungsuntersuchungen wissen sollten

Wenn der LKW-Führerschein eines Mitarbeiters zur Verlängerung ansteht oder eine neue Mitarbeiterin im Schichtbetrieb beginnt, wird es für viele Unternehmen konkret: Arbeitsmedizinische Vorsorge- und Eignungsuntersuchungen gehören zum betrieblichen Alltag, werden aber oft erst organisiert, wenn Fristen drücken. Dabei sind sie mehr als eine Pflichtaufgabe. Gerade kleine und mittlere Betriebe ohne eigene Personalabteilung stehen vor der Frage, welche Untersuchungen wirklich nötig sind und wer sie durchführen darf. Dieser Beitrag erklärt, welche Untersuchungen für Betriebe mit Fahrpersonal, Außendienst oder Schichtarbeit relevant sind, wie sich die Organisation vereinfachen lässt und worauf Unternehmen bei der Wahl eines betriebsärztlichen Ansprechpartners achten sollten. Warum Betriebsmedizin für Unternehmen kein Nebenthema ist Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, Gefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und für bestimmte Tätigkeiten arbeitsmedizinische Vorsorge sicherzustellen. Je nach Arbeitsplatz kann es sich dabei um Pflichtvorsorge handeln etwa bei besonderen gesundheitlichen Belastungen oder um Vorsorge, die der Arbeitgeber anbieten muss und die Beschäftigte freiwillig wahrnehmen können. Wer diese Unterscheidung nicht kennt, verschenkt entweder Gestaltungsspielraum oder gerät in Erklärungsnot, wenn Behörden oder die Berufsgenossenschaft nachfragen.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite