Finanzen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
21. September 2023

Anschlussdarlehen für die laufende Baufinanzierung: Wie funktioniert das und worauf sollte man dabei achten?

Sobald die Sollzinsbindung der aktiven Baufinanzierung abgelaufen ist – und das Darlehen bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig an die Bank zurückgezahlt wurde – ist in der Regel eine Anschlussfinanzierung notwendig, um die Restsumme (auch Restschuld genannt) für das Haus respektive die Eigentumswohnung weiter abbezahlen zu können. Gut zu wissen: Die Sollzinsbindung beschreibt die Dauer, in der der Zinssatz für die Immobilienfinanzierung festgeschrieben ist. Dabei reicht der Zeitrahmen von minimal fünf bis maximal 30 Jahren, wobei der Satz für die Bauzinsen automatisch steigt, je länger die Sollzinsbindung andauert. Doch bevor sich der Darlehensnehmer für eine solche Anschlussfinanzierung entscheiden kann, stellt sich im ersten Schritt verständlicherweise die Frage, wie das Ganze funktioniert und worauf man dabei unter allen Umständen achten sollte.

Was ist ein Anschlussdarlehen und wie sollte die nächste Finanzierungsrunde geplant werden?

Wer sich für ein Immobiliendarlehen entscheidet, zahlt bekanntlich zunächst jeden Monat die anfallenden Raten. Während dieser sogenannten Erstfinanzierung, die je nach Vertragsinhalt bis zu 30 Jahre dauern kann, gilt die zuvor festgelegte Sollzinsbindung, die dem Kreditnehmer einen festen Zinssatz garantiert. Sobald diese Zinsbindungsfrist abläuft – und der Hauskredit bis dahin noch nicht komplett getilgt wurde – muss das Darlehen dementsprechend verlängert werden. Und genau hier kommt die angesprochene Anschlussfinanzierung ins Spiel, mit der die noch ausstehende Restschuld beglichen werden kann. Um auch hier von einem möglichst günstigen Zinssatz profitieren zu können, sollte der Darlehensnehmer jedoch auf gleich mehrere wichtige Dinge achten.

Zum einen empfiehlt es sich, die Anschlussfinanzierung möglichst frühzeitig zu planen, entweder in Eigenverantwortung oder optimalerweise in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Finanzberater. Denn je früher das Anschlussdarlehen in trockenen Tüchern ist, desto besser sind im Regelfall auch die Konditionen. Gut zu wissen: Da die Hausbank meist rund drei Monate vor dem Ablauf der Sollzinsbindung ein Angebot für die Anschlussfinanzierung macht, sollte man daher mindestens ein halbes Jahr vorher selber aktiv werden. Zudem hat der Kreditnehmer so ausreichend Zeit, um verschiedene Angebote einholen und diese ganz in Ruhe miteinander vergleichen zu können. Im Falle eines sehr günstigen Kreditangebotes hat man zum anderen die Möglichkeit, sein Sonderkündigungsrecht auszuüben, um vorzeitig aus der laufenden Baufinanzierung aussteigen zu können. Dazu muss das aktuelle Darlehen jedoch bereits schon seit mindestens zehn Jahren laufen.


Gibt es Alternativen zur klassischen Anschlussfinanzierung?

Statt der zuvor genannten Art und Weise der Anschlussfinanzierung – und der damit verbundenen Suche nach kostengünstigen Optionen – kann der Kreditnehmer auch das „Verlängerungsangebot“ der bisherigen Bank annehmen. In diesem Fall spricht man von einer sogenannten Prolongation (lateinisch von prolungare, was verlängern bedeutet). Durch die Prolongation verlängert sich die ursprüngliche Geltungsdauer des Finanzierungsvertrages, jedoch werden dabei die Kredit- und Zinsraten von der Bank festgelegt, ohne dass der Kreditnehmer großen Einfluss darauf ausüben kann. Kurz gesagt: Eine Prolongation lohnt sich in der Regel effektiv gesehen nur dann, wenn damit zu rechnen ist, dass die Zins- und Tilgungskosten ähnlich hoch beziehungsweise niedrig sind wie zuvor. Doch bei den sich stetig verändernden Leitzinsen ist das natürlich ein Spiel mit dem Feuer.

Alternativ dazu hat der Kreditnehmer auch die Möglichkeit, die Baufinanzierung umzuschulden. Gut zu wissen: Bei einer Umschuldung wird das noch laufende Darlehen durch einen neuen Kreditvertrag bei einer anderen Bank ersetzt. Diese Umfinanzierung ist allerdings erst nach dem Ende der Zinsbindung möglich, da erst zu diesem Zeitpunkt die Bindung an das bisherige Kreditinstitut endet und die Bank gewechselt werden kann. Eine vorzeitige Umschuldung des Immobiliendarlehens ist zwar grundsätzlich auch umsetzbar, allerdings muss der Kreditnehmer dann eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung an die aktuelle Bank entrichten, mit der das Kreditinstitut die entfallenen Zinsen ausgleichen kann. Die Höhe dieser Entschädigungszahlung kann je nach Bank, Vertragsinhalte und ausstehender Laufzeit variieren, sodass sich ein vorzeitiger Wechsel (sprich vor dem Ablauf der zehnjährigen Bindungsfrist) unter Umständen sogar lohnen kann – sofern die Kosten des neuen Vertrages dementsprechend günstig sind.

Teilen:
Weitere Artikel
Elektrosicherheit im Betrieb: Wie DGUV V3 und E-Check vor Ausfällen schützen
Personal
Elektrosicherheit im Betrieb: Wie DGUV V3 und E-Check vor Ausfällen schützen

Ohne Strom steht der Betrieb still. Ob Server im Büro, Kassen im Verkauf oder Maschinen in der Halle die heutigen Arbeitsabläufe sind stark von elektrischen Geräten abhängig. Eine zuverlässige Stromversorgung ist die absolute Basis für produktives Arbeiten. Doch wo täglich Strom fließt, entstehen oft unsichtbare Gefahren. Ein kleiner Defekt an einem Kabel oder ein unbemerkter Kurzschluss kann weitreichende Folgen haben. Ein plötzlicher Ausfall legt nicht nur die Arbeit lahm, sondern verursacht oftmals auch finanzielle Schäden. Genau hier setzt die betriebliche Elektrosicherheit an. Sie ist keine lästige Pflichtaufgabe, sondern ein wichtiger Teil des unternehmerischen Risikomanagements. Wer mögliche Gefahrenquellen im Blick behält, sorgt für sichere Abläufe und stärkt die langfristige Stabilität des gesamten Betriebs.

4 Min. LesezeitLesen
Renditeobjekt Heizungskeller: Wie sich Wärmepumpe, Sanierung und Fördermittel wirtschaftlich auszahlen
Verbraucher
Renditeobjekt Heizungskeller: Wie sich Wärmepumpe, Sanierung und Fördermittel wirtschaftlich auszahlen

Die Energieversorgung von Gebäuden rückt zunehmend in den Fokus wirtschaftlicher Überlegungen. Der Heizungskeller spielt dabei eine entscheidende Rolle für den langfristigen Werterhalt von Immobilien und Betriebsstätten. Steigende Energiekosten und veränderte gesetzliche Vorgaben machen eine vorausschauende Planung notwendig. Eine Heizungsmodernisierung ist heute kein reiner Kostenfaktor mehr. Vielmehr handelt es sich um eine strategische Investition in die wirtschaftliche Zukunft eines Gebäudes. Damit sich dieser Schritt auszahlt, ist eine genaue Kalkulation gefragt. Es gilt, die anfänglichen Ausgaben, den langfristigen Nutzen und die verfügbaren staatlichen Förderungen sorgfältig aufeinander abzustimmen.

4 Min. LesezeitLesen
Der reibungslose Standortwechsel: Ein Leitfaden für den Büroumzug ohne Betriebsunterbrechung
Business
Der reibungslose Standortwechsel: Ein Leitfaden für den Büroumzug ohne Betriebsunterbrechung

Ein neues Büro ist für jedes Unternehmen ein wichtiger Schritt. Oft wächst das Team, es werden modernere Arbeitsflächen benötigt oder die internen Abläufe haben sich gewandelt. Ein solcher räumlicher Wechsel bringt stets frische Impulse für den Arbeitsalltag. Gleichzeitig gibt es dabei eine spürbare Herausforderung: Der normale Geschäftsbetrieb muss reibungslos weiterlaufen. Ein stillstehender Betrieb kostet Geld, verzögert laufende Projekte und beeinträchtigt den gewohnten Service für die Kundschaft. Die Erreichbarkeit muss zu jedem Zeitpunkt gesichert sein. Das Ziel ist es daher, den Umzug so zu gestalten, dass die tägliche Arbeit nicht unterbrochen wird. Das gelingt mit einer durchdachten Vorbereitung und einer klaren Struktur. Wer im Vorfeld die richtigen logistischen und organisatorischen Schritte plant, meistert den Wechsel an den neuen Standort sicher und entspannt, ohne dass das Kerngeschäft darunter leidet.

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite