Finanzen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
17. Januar 2023

Als Angestellter privat versichern? Alles Wichtige auf einem Blick

Private und gesetzliche Krankenversicherung im Vergleich – Vorteile und Nachteile

1. Versicherungsleistungen

Der Gesetzgeber kann die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung schnell ändern. Bei der privaten Krankenversicherung sind die Versicherungsleistungen im Vertrag festgelegt und dauerhaft gültig. Dabei ist eine Erweiterung der Leistungen grundsätzlich jederzeit möglich.

2. Familienschutz

Ehepartner ohne beziehungsweise mit geringem Einkommen sowie Kinder sind in der gesetzlichen Versicherung kostenfrei mitversichert. Wer sich privat krankenversichert, muss für jedes weitere mitversicherte Familienmitglied einen zusätzlichen Beitrag zahlen. Allerdings fällt der private Versicherungsbeitrag für ein Kind deutlich geringer aus als für den Ehepartner.

3. Beitragszahlungen

Bei einem privaten Versicherungsschutz spielt das Einkommen des Angestellten keine Rolle. Die Berechnung der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung erfolgt immer auf Grundlage des Einkommens (aktuell 14,6 Prozent). Aufgrund der Einkommensunabhängigkeit wird der Beitrag für die private Krankenversicherung auf Basis des gewünschten Tarifs in Verbindung mit dem Alter sowie Gesundheitszustand festgesetzt.

4. Krankentagegeld

Im privaten Versicherungsschutz für Arbeitnehmer ist das Krankentagegeld nicht automatisch inbegriffen. Versicherungsnehmer können jedoch einen Tarifzusatz wählen, der diese Leistung abdeckt. Die gesetzliche Versicherung beinhaltet das Krankentagegeld pauschal, allerdings fällt die Leistung meist geringer aus als in der privaten Krankenversicherung.

Voraussetzungen für den Wechsel in die private Krankenversicherung

Bevor Arbeitnehmer die beste PKV für Angestellte finden und abschließen, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Ob ein Wechsel zu einem privaten Versicherungsträger möglich ist, hängt grundsätzlich von drei Faktoren ab:

1. Bruttoeinkommen

Der jährliche Bruttoverdienst muss über einer von der Bundesregierung festgelegten Grenze liegen. Dabei wird beim Bruttoeinkommen neben dem regelmäßigen Verdienst auch das Weihnachts- und Urlaubsgeld berücksichtigt. Die Einkommensgrenze (=Versicherungspflichtgrenze) wird jedes Jahr an der allgemeinen Einkommensentwicklung angepasst.

2. Versicherungspflichtgrenze

Für 2023 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 5.550 Euro im Monat oder 66.600 Euro im Jahr.

3. Gesundheitszustand

Der Gesundheitszustand spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Anhand detaillierter Fragen wird beim Wechselwunsch eine Gesundheitsanalyse vorgenommen. Bei Vorerkrankungen fallen meist Risikozuschläge an. Außerdem kann eine besonders schwerwiegende Krankheit zum Ausschluss bestimmter Leistungen führen. Es kann auch eine Ablehnung des privaten Versicherungsschutzes erfolgen.

Kosten der privaten Krankenversicherung – Höhe der monatlichen Beiträge

Der Beitrag ist abhängig vom Leistungsumfang der privaten Krankenversicherung sowie vom Alter und Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung hat das Einkommen keinen Einfluss auf die Beitragshöhe. Basistarife gibt es ab circa 200 Euro monatlich. Ähnlich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlt der Arbeitgeber auch bei privatem Versicherungsschutz die Hälfte der Beiträge.

Für welche Arbeitnehmer macht eine private Krankenversicherung Sinn?

Im Allgemeinen gilt: Je jünger der Versicherungsnehmer bei Eintritt in die private Krankenversicherung für Angestellte ist, desto günstiger fallen die monatlichen Beitragszahlungen aus.

Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung den Höchstsatz zahlen muss, trifft meist mit dem Wechsel zur privaten Versicherung die richtige Wahl. Zudem ist es für viele Arbeitnehmer äußerst attraktiv, über Gesundheitsleistungen selbst zu entscheiden.

Auch für eine Familie mit Kindern kann der Wechsel in die private Krankenversicherung sinnvoll sein. Hierbei sollte der Versicherungsnehmer im Auge behalten, dass für jedes Familienmitglied eine zusätzliche Beitragszahlung anfällt. Darum gilt: Fundierte Informationen, Expertenrat und genaues Abwägen führt zu einer verlässlichen Entscheidung.

Wer sich vor einer Entscheidung gründlich Gedanken zur Familien- und Karriereplanung macht, kann eine passgenaue und nachhaltige Wahl treffen. Dabei ist die Beratung eines erfahrenen Experten Gold wert.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Mehr Umsatz in der Gastronomie: Der neue Hebel liegt im System
Business
Mehr Umsatz in der Gastronomie: Der neue Hebel liegt im System

Wer den Umsatz in der Gastronomie steigern will, denkt oft zuerst an mehr Gäste. Doch die größeren Hebel liegen häufig in Bonwert, Abläufen, Zusatzangeboten und Daten. Die Branche arbeitet 2026 in einem engen Korridor aus preissensiblen Gästen, höheren Löhnen und einer neuen steuerlichen Entlastung. Der reale Gastgewerbeumsatz sank 2025 um 2,1 Prozent, nominal stieg er um 1,4 Prozent. Seit 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie wieder der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Zugleich stieg der gesetzliche Mindestlohn im Januar 2026 auf 13,90 Euro. Mehr Ertrag entsteht nur, wenn Preise, Wareneinsatz und Abläufe zusammenpassen. Auslastung ist gut, Bonwert ist besser Viele Betriebe schauen zuerst auf volle Tische. Wirtschaftlich spannender ist oft, was pro Bestellung passiert. Ein kleiner Snack zur Hauptzeit, ein clever kalkuliertes Dessert, ein stimmiges Getränkepairing oder ein Mittagsmenü mit klarer Preisspanne erhöhen den Betrag pro Bestellung. Digitale Kassendaten zeigen, welche Gerichte häufig gewählt werden, welche Marge bringen und welche Kombinationen funktionieren. Daraus entsteht eine Speisekarte mit weniger Zufall und einer klareren Ertragslogik.

3 Min. LesezeitLesen
Abfindung sinnvoll investieren: Wie Führungskräfte mit Photovoltaik-Direktinvestments und IAB ihre Steuerlast planen können
Finanzen
Abfindung sinnvoll investieren: Wie Führungskräfte mit Photovoltaik-Direktinvestments und IAB ihre Steuerlast planen können

Eine hohe Abfindung kann Führungskräften finanziellen Spielraum eröffnen, erhöht im Auszahlungsjahr aber oft die steuerliche Belastung. Wer die Einmalzahlung strategisch einsetzen möchte, kann PV-Direktinvestments als unternehmerische Anlageform prüfen. Besonders laufende Bestandsanlagen sind interessant, weil Ertragsdaten, Einspeisevergütung und technische Kennzahlen bereits vorliegen. Steuerlich rückt dabei der Investitionsabzugsbetrag in den Fokus, der die Bemessungsgrundlage unter bestimmten Voraussetzungen senken kann. In diesem Beitrag wird erklärt, wie PV-Direktinvestments funktionieren und wie der IAB anhand eines Rechenbeispiels wirken kann. Warum Abfindungen steuerlich anspruchsvoll sind

5 Min. LesezeitLesen
Sanierungsstau in der WEG: Wenn kleine Bauteile plötzlich große Kosten verursachen
Wirtschaft
Sanierungsstau in der WEG: Wenn kleine Bauteile plötzlich große Kosten verursachen

Bei Eigentumswohnungen wird beim Kauf oft zuerst auf Lage, Grundriss, Kaufpreis und monatliches Hausgeld geschaut. Das ist verständlich, reicht aber nicht aus. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft können Kosten entstehen, die nicht direkt in der eigenen Wohnung sichtbar sind. Ein undichtes Dach, alte Leitungen, eine marode Fassade oder verschlissene Fenster betreffen schnell die ganze Gemeinschaft. Wer diese Punkte zu spät erkennt, erlebt Sanierungsstau nicht als abstraktes Immobilienthema, sondern als konkrete Rechnung. Warum Sanierungsstau in WEGs oft unterschätzt wird Sanierungsstau entsteht selten über Nacht. Meist werden kleine Mängel jahrelang vertagt, weil die Rücklage knapp ist, die Eigentümer sich nicht einigen oder größere Maßnahmen unangenehm teuer wirken. Irgendwann wird aus dem kleinen Problem ein Beschluss mit fünfstelligen Kosten. Für Selbstnutzer ist das ärgerlich, für Kapitalanleger kann es die Rendite deutlich verändern.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite